KAY SAFONOV

七転び八起き – Fall seven times and stand up eight

Freitag, der 8. September 2017
von Kay Safonov
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Drei Jahre Später

Dienstag war echt seltsam. Ich bin aufgewacht, habe nebenbei meine zwei großen Koffer gepackt, ein bisschen mit Freunden gechattet und bin mit meiner Nachbarin einkaufen gegangen. Es hat sich wirklich nicht angefühlt als ob ich nach Japan fliegen würde. War ich nervös? War ich aufgeregt? Nicht wirklich. Ich war sehr gelassen. Nachdem ich drei Jahre hart auf diesen Tag zugearbeitet habe, konnte ich wirklich nicht glauben dass es endlich soweit war.

Am Nachmittag habe ich mich dann gemächlich auf den Weg gemacht und bin mit dem Zug zum Frankfurter Flughafen gefahren. Ich bin angekommen, habe sofort meine Koffer gegen meine Boarding Tickets getauscht und hatte noch vier Stunden bis mein Flieger ging, aber die Zeit verging schnell und bevor ich es begriff, war ich an Bord meines Air China Flugs nach Peking. Ich habe den acht Stunden Flug damit verbracht zu lesen, Filme zu schauen und zu schlafen und plötzlich war ich in Peking und die Landung dort war phänomenal. Unser Flugzeug ist vorher noch über die Stadt und die Berge gekreist und da ich vorher noch in China war, war es echt cool alles so aus der Nähe zu sehen.

Ich hatte fünf Stunden Aufenthalt in Peking und es war großartig. Ich habe noch nie zuvor einen so schönen Flughafen gesehen und ich glaube, der lange Aufenthalt dort hat dafür gesorgt, dass ich keinen Jetlag bekommen habe, als ich später in Japan angekommen bin. In Deutschland hatte ich zehn Euro in fünfundvierzig Yuan getauscht und das Geld habe ich in Peking gegen ein kleines Souvenir und etwas erfrischendes zu trinken getauscht. Die Zeit ist schnell vergangen und schon war ich an Bord meines Fluges nach Nagoya. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon fast seit vierundzwanzig Stunden auf den Beinen, deshalb bin ich eingeschlafen kaum saß ich im Flugzeug und als ich wieder aufgewacht bin, waren wir schon fast in Japan.

Als ich das Flugzeug endlich verließ, hat sich ein großes Grinsen auf meinem Gesicht ausgebreitet. Ich habe es geschafft. Ich habe es tatsächlich geschafft! Und alles lief super problemlos ab. Ich habe schnell mein Geld getauscht und bin dann in in Kapsel Hotel am Flughafen eingecheckt (fertig mit Passkontrolle und Zoll war ich gegen zehn Uhr abends). Das Kapsel Hotel war der reinste Wahnsinn! Ich habe meine Koffer in ein Schließfach gepackt, eine lange Dusche genommen und habe mich in meiner Kapsel zufrieden eingekuschelt.

Am nächsten Morgen habe ich dann meinen Bestellschein gegen einen JR Rail Pass getauscht und bin mit dem Zug zum Hauptbahnhof in Nagoya. Wieder habe ich meine Koffer in einem Schließfach verstaut bevor es losging um Nagoya zu erkunden. Ich bin gemütlich durch die Stadt gelaufen und habe mir das Schloss in Nagoya angeschaut. Es war wirklich klasse!

Später habe ich meine Koffer wieder geholt und bin zur Sharebase in Nagoya gelaufen. Die Sharebase ist wirklich ein interessanter Ort an dem junge Leute zusammen arbeiten und entspannen und dort können bis zu vier Gäste übernachten. Ich habe mich mit den Leuten dort schnell angefreundet und wir sind gemeinsam Okonomiyaki essen gegangen am Abend.

Und jetzt bin ich in Japan. Ich kann es nicht fassen.

Freitag, der 28. Juli 2017
von Kay Safonov
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Zurück nach Japan

Seid gestern ist es offiziell: Ich habe meine Abschlussprüfung im zweiten Semester Japanisch bestanden! Und das bedeutet ich muss im September nicht in die Nachprüfung und das wiederum bedeutet ich habe den ganzen September über keine Uni, was bedeutet dass ich im September zurück nach Japan kann. Und zwar für einen ganzen Monat. AAAAAAAAAAAAA.

Nach Japan zurück zu kehren war schon immer der Plan. Aber jedes Jahr aufs Neue rückte dieser Plan wieder in die Zukunft. “Ich muss mich erst mal auf die Schule konzentrieren”. “Ich muss erst mal umziehen und mich auf das Studium konzentrieren”. “Ich habe kein Geld dafür”. “Ich habe keine Zeit dafür”. Doch jetzt ist Schluss damit. Denn ich habe die Zeit, das Geld und vor allen Dingen: den Plan.

Mein Plan ist relativ simpel im Kern, so wie jeder gute Plan. Ich fliege am 5. September nach Japan, komme am 6. September in Japan an und schlage bei meiner Gastfamilie ein Basis-Lager auf. Was im Grunde nur bedeutet, ich bleibe dort ein paar Tage und lasse meine Koffer dort, denn ich möchte ihre Gastfreundschaft auch nicht überstrapazieren. Wenn ich nicht bei meiner Gastfamilie bin, dann düse ich mit einem JR Rail Pass durch das Land und couchsurfe mich durch die Städte. Außerdem möchte ich den Fuji besteigen. Und zwar bevor die Saison am 10. September vorbei ist. Und Ende des Monats steht dann Manamis Hochzeit an. AAAAAAAAAAAAA.

Mir ist klar dass ich im Augenblick nur rum träume. Aber hey, Leute, vielleicht werden Träume Wirklichkeit?

Samstag, der 15. Juli 2017
von Kay Safonov
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Rotary Orientation – Japan und Korea Austausch 2017/2018

Und schon ist es wieder Juli und die Orientation für die Outbounds die nach Japan und Korea gehen steht wieder an. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Letztes Jahr um diese Zeit war ich das erste mal in Bonn und habe mir die Universität hier angesehen und jetzt ist das zweite Semester schon fast wieder vorbei.

Dieses Wochenende ist auf jeden Fall die Orientation für alle Austauschschüler in Deutschland die im Austauschjahr 2017/2018 mit dem Rotary Youth Exchange nach Japan oder Korea gehen. Vor ziemlich genau vier Jahren habe ich zum ersten mal an dieser Orientation teil genommen und zwar kurz bevor ich selbst nach Japan geflogen bin. Mittlerweile bin ich bereits das zweite Jahr in Folge als Rebound dabei und gebe mein Bestes den Outbounds und künftigen Gasteltern von Inbounds aus Japan und Korea weiter zu helfen.

Es ist wirklich eigenartig wieder im Kreis dieser Austauschschüler zu sein. Sie bringen eine Menge Schwung und Energie in mein Leben. Diejenigen, die gerade erst aus dem Ausland wieder gekommen sind, sind noch ganz aufgeregt und noch lange nicht wieder richtig in Deutschland angekommen. Die Gefühle, die sie haben, dass sie am liebsten wieder sofort zurück nach Japan/Korea fliegen wollen, kann ich immer noch gut nach voll ziehen. Es vergeht kein einziger Tag an dem ich nicht an Japan denke und mir wünsche, wieder zurückkehren zu können.

Auf der anderen Seite sind dann natürlich noch die Outbounds. Für manche von ihnen geht es in weniger als zwei Wochen schon ins Zielland und gerade auf dieser Orientation gibt es eine Menge Input für sie, dass sie entweder noch mehr begeistert oder sie einschüchtert. Sie stehen gerade erst ganz am Anfang ihrer rotarischen Reise und ich wünsche ihnen alles, alles Gute für ihren Austausch. Hoffentlich werden sie viele schöne Erfahrungen machen und viel lernen.

Die Community die sich in den letzten Jahren zwischen den Austauschschülern, die nach Japan und Korea gegangen sind, ist unglaublich. Wir sind inzwischen mehr als nur Freunde, wir sind eine kleine Familie, die jedes Jahr ein bisschen größer wird. Und ich bin so dankbar, von so großartigen Menschen umgeben zu sein und hoffe, ich kann auch ein kleines Stück zu dieser Community beitragen.

Sonntag, der 20. November 2016
von Kay Safonov
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Buchreihe: Ein Leben für das Spiel – All for the Game

All for the Game ist eine Buchreihe von Nora Sakavic aus den Jahren 2013 und 2014. Es handelt sich um eine Trilogie. Das erste Buch der Reihe heißt The Foxhole Court, das Zweite The Raven King und das Letzte The King’s Men. Nachdem ich Anfang des Jahres die lebensverändernde Buchreihe The Raven Boys von Maggie Stiefvater gelesen habe, saß ich eine Weile lang in einem Vakuum und habe nach einer neuen Buchreihe gesucht die mich wirklich fesselt – All for the Game hat das geschafft.

Protagonist der Buchreihe ist Neil Josten, ein Ausreißer der nur noch eine Sache hat, für die er leben kann – Exy. Exy ist eine fiktionale Sportart und am besten zu beschreiben als eine Mischung aus Rugby und American Football. Es klingt auf jeden Fall sehr brutal und als ob es einen ordentlichen Adrenalinschub verursachen kann. Neil ist ursprünglich zusammen mit seiner Mutter vor seinem Vater geflohen der ein großer Name in der organisierten Kriminalität ist und nur der Metzger genannt wird. Nachdem seine Mutter gestorben ist, versucht er einen Neuanfang an einer Highschool in Millport und tritt dem örtlichen Exy Team bei. Das Team selbst ist zwar nicht erfolgreich, aber Neils Begabung für Exy bleibt nicht unentdeckt. Er wird eingeladen den Palmetto State University Foxes beizutreten und damit in der Class I Liga zu spielen. Er nimmt an, auch wenn dieser Ruck in die Öffentlichkeit im Grunde sein Todesurteil ist, denn eigentlich ist er ja auf der Flucht.

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Als ich The Foxhole Court angefangen habe zu lesen, hat es schon eine ganze Weile gedauert, bis ich mich wirklich begeistern konnte. Die Buchreihe wurde mir, wie gesagt, vorgeschlagen nachdem ich The Raven Boys beendet hatte und auch wenn die Buchreihen sich ähnlich sind, sind sie doch ganz anders geschrieben. The Raven Boys legt einen großen Wert auf Ästhetik und Maggie Stiefvater hat einfach eine unglaubliche Begabung zum Beschreiben – sie kann einen Augenblick in die Unendlichkeit ziehen und es stört mich nicht. All for the Game wiederum wird vor allen Dingen durch die Dialoge getrieben und voran gebracht und durch die Figuren. Erst als ich die Figuren langsam kennen gelernt hatte beim lesen von The Foxhole Court und angefangen habe etwas für sie zu empfinden und sie anzufeuern, habe ich angefangen die Bücher zu verschlingen.

Die Figuren sind alle Wracks. The Palmetto State Foxes sind dafür bekannt problematische Jugendliche aufzunehmen und ihnen noch eine Chance zu geben. Alkohol- und Drogensucht sind noch das harmloseste Problem der Füchse, dazu kommen noch Sachen wie extreme Homophobie, Mord, Totschlag, Missbrauch, Vergewaltigung und die ganze Geschichte mit dem Ableger der japanischen Mafia der einen Teil der Füchse verfolgt. Die Bücher sind auch sehr explizit geschrieben, also sollte man davon die Finger lassen wenn man einen schwachen Magen hat. Neils Vater wird nicht umsonst der Metzger genannt. Er macht seinem Namen alle Ehre. In den ersten beiden Büchern ist vor allem Gewalt explizit beschrieben und im dritten Buch kommen dann noch explizite sexuelle Handlungen dazu.

Die Figuren haben auf jeden dafür gesorgt, dass ich die Buchreihe verschlungen habe und jetzt bereits ein zweites Mal verschlinge und wieder in mich aufsauge. Ich habe auch sehr das Bedürfnis die ganzen Füchse in Decken zu huscheln und ihnen heiße Schokolade zu machen und für sie zu kämpfen. Ich habe mich selbst am Ende als Fuchs gefühlt. Als Teil der Familie. Und deswegen mag ich die Buchreihe so sehr, weil sie einen mitreißt und eine Zuflucht liefert (gewissermaßen). Und ich mag wie unterschiedlich die Füchse sind und das Exy kein reiner Frauen- oder Männersport ist und die Spiele sind auch echt spannend geschrieben und ich habe das Bedürfnis Exy zu spielen. Man muss auch kein Sportfan sein um sich für die Buchreihe begeistern zu können, weil, wie gesagt, die ganze Reihe vor allem durch die Figuren getrieben wird.

Alles in Allem kann ich die Buchreihe also unter Vorbehalt weiter empfehlen, denn sie ist echt fesselnd aber eben auch sehr explizit. Es lohnt sich auf jeden Fall mal rein zu lesen. Meines Wissens nach gibt es die Buchreihe noch nicht auf Deutsch, aber die Kindle-Version ist auf Amazon echt spottbillig. Ich glaube die Bücher kosten jeweils ein bis zwei Euro maximal. Manchmal gibt es sie auch kostenlos. Die Sprache ist jetzt auch nicht extrem komplex, also man muss dafür nicht fließend Englisch verstehen können. Abschließend hier noch ein Fan-Trailer für die Buchreihe von YouTube:

 

Sonntag, der 13. November 2016
von Kay Safonov
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Zweiter Korea-Tag Bochum

Am 12. November fand an der Ruhr-Universität in Bochum der zweite Korea-Tag des Landesspracheninstituts mit Unterstützung der Korea Foundation statt und ich bin mit ein paar Freunden hingegangen. Der Weg nach Bochum war nicht so weit, wir sind zwei Stunden mit dem Zug gefahren und dann noch ein bisschen mit der Stadtbahn durch die Gegend getuckert und den Rest gelaufen. Ein bisschen kalt war es. Das war mein erstes Mal in Bochum und wie es sich gehört muss ich natürlich sagen: unsere Uni ist schöner. 

Das Programm klang wahnsinnig interessant und ich hatte mich auch schon ziemlich auf den Tag gefreut. Es gab Mini-Sprachkurse, Märchenstunden, Noraebang, Taekwondo-Vorstellungen und Workshops zu den Themen Tee-Zeremonie, traditionelle koreanische Musik, Trommeln, Dance Dance Revolution, Hanbok (mit Anprobe), Kalligraphie und K-Pop Dance. Leider war es dann nicht ganz so ideal, wie wir es uns erhofft hatten. Das Problem lag einfach in dem Anlauf: es waren einfach viel zu viele Menschen da und es war alles ziemlich unorganisiert. In viele der Workshops kam man gar nicht mehr rein, weil es schon zu voll war und in den Fluren musste man auch immer wieder auf Kuschelkurs gehen.

Ein weiteres kleines Problem war die große Anzahl an K-Pop Fans die nur K-Pop Fans sind und es in die Welt hinaus posaunen müssen. Wir wurden mehr als nur einmal überrannt. Außerdem hat man oft das Gefühl, dass sie die koreanische Kultur auf K-Pop begrenzen und das ist uncool. Sehr uncool. Besonders bei so einem Event. Die Hälfte der Leute hat sich benommen, als sei das ein BTS Konzert gewesen oder so. Eine Sache dazu noch: Zu K-Pop tanzen und singen in der U-Bahn klingt vielleicht lustig, belästigt aber nur die anderen Fahrgäste.

Wir hatten aber trotzdem Spaß, weil wir einander hatten. Außerdem kamen wir ja doch dazu einige Sachen auszuprobieren. Wir haben uns die Teezeremonie angeschaut und auch gekostet (und es war sehr gut), haben ein bisschen bei Dance Dance Revolution mitgemacht (was lustig war, weil Orange Caramel Lipstick und G-Dragon Heartbreaker), haben koreanische Zungenbrecher aufgesagt und dafür Poster bekommen, haben jede Menge Infomaterial vom koreanischen Ministerium für Tourismus bekommen und leckeres koreanisches Essen gegessen. Alles in Allem war es ganz ok. Ich hatte vor allem gute Gesellschaft.

Dienstag, der 25. Oktober 2016
von Kay Safonov
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Wieder vereint mit Manami

April war ja ein ziemlich beschissener Monat, denn da standen die Abiturprüfungen an. Um das ganze aber noch ein bisschen beschissener zu machen, bekomme ich zwei Tage vor der Geschichtsprüfung eine Nachricht von meiner Gastschwester Manami: Hey, ich bin gerade in Frankfurt. Tatsächlich wollten meine Gasteltern nicht, dass sie es mir eher sagt, damit ich mich auf das Lernen konzentriere und nur an meine Prüfung denke. Das ist sehr lieb, aber es hat mir auch das Herz gebrochen. Ich habe den Nachmittag damit verbracht mit Manami zu schreiben und mit ihr Fotos auszutauschen. Und ich habe Flüsse geweint. Auf jeden Fall, war sie damals geschäftlich in Europa unterwegs und auch nur zwei Tage in Frankfurt. Leider konnten wir uns nicht treffen, aber sie hat mir die stille Hoffnung zugesprochen, dass sie im Oktober wieder nach Deutschland kommt.

Überraschung, es ist Oktober. Und ich wohne in Bonn. Und Manami ist wieder geschäftlich unterwegs und ihr Chef hat erlaubt, dass wir uns nach ihrem Arbeitstag treffen dürfen! Yaas! Also bin ich gestern Abend um 9 nach Koblenz gefahren und zu Manamis Hotel gelaufen. Und da war sie. Wow. Das ist wirklich passiert, ich kann es immer noch nicht glauben.

Nach fast zweieinhalb Jahren habe ich endlich meine Gastschwester wieder gesehen. Leider hatten wir nicht viel Zeit, aber wir haben das beste draus gemacht: viel gequatscht, Geschenke ausgetauscht, uns viel umarmt und über alles gesprochen, was so in den letzten zwei Jahren passiert ist. Meine Gastmama hat Manami auch den ganzen Koffer voller Essen für mich gepackt und mir meine Lieblingssnacks organisiert und ich bin im Augenblick so unbeschreiblich glücklich, denn ich habe Manami wieder gesehen!

Nachts um 1 bin ich dann mit dem letzten Zug nach Bonn zurück gefahren und wow, Koblenz um neun Uhr abends ist einfach genau so wie Koblenz um ein Uhr Nachts.

Am 19. Oktober 2013, also vor fast genau drei Jahren, haben Manami und ich uns übrigens kennen gelernt. Wahnsinn, wie die Zeit verfliegt.

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Der 19. Oktober 2013 – Mein erstes Mal europäisches Essen in Japan und der Beginn einer wundervollen Freundschaft. Waren wir nicht süß damals?

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Wieder vereint in Koblenz nach fast zweieinhalb Jahren. 

Sonntag, der 23. Oktober 2016
von Kay Safonov
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Lesung und Gespräch mit Sung Suk-Je

Es wird kälter in Bonn und der Herbst ist in vollem Gange und was passt gut zum Herbst? Bücher. Am vergangenen Donnerstag fand im Lesesaal der Abteilung für Japanologie und Koreanistik eine Lesung mit anschließendem Gespräch mit dem südkoreanischen Autor Sung Suk-Je (auch Song Sokze genannt) statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jun. -Prof. Dr. Hee Seok Park, der die Abteilung für Koreanistik an unserer Universität leitet.

Sung Suk-Je ist ein gut gelesener Autor in Südkorea, der auch schon einige Literaturpreise vorweisen kann. Er wurde 1960 in Sangju geboren und studierte ursprünglich Rechtswissenschaften, bis er die Poesie für sich entdeckte. Mittlerweile veröffentlicht er u.a. auch Romane und Kinderbücher. Das einzige ins Deutsche übersetzte Buch ist “Die letzten viereinhalb Sekunden meines Lebens und andere Erzählungen”.

20161020_173005Ich hatte vorher noch nichts mit Sung Suk-Je zu tun, aber da ich ja selbst schreibe, wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen aus dem Arbeitsleben eines professionellen Autors zu hören. Vorgelesen wurde aus dem neusten Buch des Autors, dass gerade frisch ins Deutsche übersetzt wurde. Einen endgültigen Titel hat es im Deutschen noch nicht, man tendiert aber wohl zwischen “Das Dorf am Fluss” oder “Majestätisch”. Die Handlung folgt einer Gruppe von gesellschaftlichen Außenseitern die in einem Dorf am Fluss (was? wirklich?) ein neues Zusammenleben begründen und deren Existenz dann von Großstadtgangstern bedroht wird. Ich fand, es klingt sehr spannend. Der Ausschnitt, der uns vorgetragen wurde, war sehr schön anzuhören. Sung Suk-Je schreibt sehr ästhetisch und intensiv beschreibend und das gefällt mir sehr.

Mein Highlight des Abends war definitiv das Autorengespräch das nach der Lesung stattfand. Beide, Sung Suk-Je und Prof. Park, hatten einen sehr guten Humor und es war wahnsinnig interessant die Antworten des Autors zu hören. Er hat sehr ausführlich und offen gesprochen, u.a. über Themen wie Arbeitsprozess, Inspiration, Übersetzung oder ob man denn Gangster kennen muss, um über sie schreiben zu können. Der Ausspruch des Abends war auf jeden Fall “ein Hoch auf die Übersetzer”. Dem kann ich mich nur anschließen. Übersetzer sind beeindruckende Menschen die allen Respekt verdienen.

Nach dem Gespräch gab es dann noch ein paar koreanische Snacks, nämlich Mandu und Kimbap und das war auf jeden Fall ein gelungener Abschluss des Abends und ich bin wahnsinnig froh, dass ich mich dazu entschieden habe die Lesung zu besuchen.

Mittwoch, der 5. Oktober 2016
von Kay Safonov
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Film: The Admiral – Roaring Currents

The Admiral – Roaring Currents oder auch Myeongnyang (명량) ist ein koreanischer Kriegsfilm aus dem Jahr 2014. Geschrieben wurde das Drehbuch von Jeon Chul-Hong und Kim Han-Min, letzterer war außerdem Direktor und Produzent des Filmes. Der Film erschien am 30. Juli 2014 in den koreanischen Kinos und hat eine Laufzeit von 127 Minuten. Bereits in den ersten zwölf Tagen nachdem der Film angelaufen war, wurde er von mehr als 10 Millionen Menschen gesehen und hat damit einen neuen Rekord aufgestellt. Außerdem überholte The Admiral – Roaring Currents den Rekord für den meist gesehensten Film in Korea, der ursprünglich bei 13 Millionen Zuschauern für den Film Avatar lag. 

battle_of_myeongryang_posterDer Film folgt der legendären Seeschlacht von Myeongnyang, die ungefähr im Jahr 1597 stattfand. Die Schlacht wird als der größte Erfolg des Admirals Yi Sun-Sin gefeiert, der es schaffte mit den verbleibenden zwölf Schiffen seiner Flotte die einfallende japanische Flotte von 330 Schiffen zu besiegen. Historisch schwanken die Zahlen der japanischen Schiffe zwischen 100 und 330, aber die anzahlmäßige Überlegenheit ist in jedem Fall gegeben. Im Film hat man sich für die extreme Zahl von 330 japanischen Schiffen entschieden.

Vor Beginn der Schlacht sind die japanischen Truppen natürlich äußerst optimistisch und gehen von ihrem Sieg aus, obwohl sie trotzdem Yi Sun-Sin auf keinen Fall unterschätzen wollen, denn sein Name ist bekannt und wird gefürchtet. Außerdem gibt es innerhalb der japanischen Truppen verzwickte Machtspiele und die verschiedenen Machthaber tragen noch eigene Zwiste untereinander aus. Währenddessen muss Yu Sun-Sin gegen die zunehmende Verzweiflung seiner Truppen ankämpfen. Immer mehr und mehr desertierten und ein Deserteur setzt sogar das letzte verbliebene Schildkröten-Schiff der Flotte in Brand und scheint damit das letzte bisschen Moral in der Truppe zu zerstören. Doch Yu Sun-Sin schafft es schließlich, auch mit radikalen und gewaltsamen Methoden, seine Männer zum Kampf gegen die Japaner zu bewegen und nutzt strategisch die gefährliche Strömung rund um Myeongnyang aus um die Japaner zu besiegen.

The Admiral – Roaring Currents ist teilweise ein sehr schwerfälliger Film. Die Atmospähre ist bedrückend und es fühlt sich an, als würde eine Ewigkeit vergehen, bis die tatsächliche Schlacht dann tatsächlich beginnt. Im Grunde weiß man ja von Anfang an, dass Yu Sun-Sin die Schlacht gewinnen wird, deswegen ist dieses Hinauszögern teilweise ein wenig übertrieben. Es gibt auch einige Szenen im Film, die nichts sind für Leute mit schwachen Nerven, denn immerhin ist es ein Kriegsfilm und es wird nichts beschönigt. Die eigentliche Schlacht wirkt ziemlich fantastisch und es fällt einem wirklich schwer zu glauben, dass Yu Sun-Sin das Ganze wirklich bewältigt hat, aber es basiert ja auf historischen Fakten. Wirklich beeindruckend.

The Admiral – Roaring Currents bleibt ein Film, den ich mir wohl nicht noch einmal in nächster Zeit anschauen werde. Er hat sich einfach viel länger angefühlt, als er wirklich war und zwar nicht auf eine positive Weise. Außerdem hat mir der Flow im Film gefehlt, es hat wirklich irgendwie am Zusammenspiel der einzelnen filmischen Elemente gehabert.

Zur Bewertung: 

Handlung [ 1 2 3 4 5 ]

Musik [ 1 2 3 4 5 ]

Gestaltung / Effekte [ 1 2 3 4 5 ]

Darsteller [ 1 2 3 4 5 ]

Filmgestalt im Ganzen [ 1 2 3 4 5 ]

Choi Min-Sik spielt den Admiral Yi Sun-Sin. In weiteren Hauptrollen sind außerdem zu sehen Ryu Seung-Ryong, Cho Jin-Woong, Kim Myung-Gon, Park Bo-Gum und Jin Goo.

Dienstag, der 4. Oktober 2016
von Kay Safonov
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Zweite Korea-Woche in Bonn

Vom 23. September bis zum 27. September fand in Bonn die zweite Korea-Woche statt. Organisiert wurde das ganze von der Außenstelle der südkoreanischen Botschaft in Bonn und der Bundesstadt Bonn. Ich habe davon eher zufällig erfahren, weil ein Flyer davon für die Leute die Begleitfach Koreanisch machen in unser Gruppe für die Erstis Asienwissenschaften gepostet wurde. Yay. Das Programm ging am Freitag mit einem Film los. “The Admiral – Roaring Currents” konnte im Kino Sternlichtspiele kostenlos angesehen werden. Allerdings musste man sich vorher per Mail anmelden, was ich dann auch gleich gemacht habe.

mini-img-20160924-wa0039Der Abend im Kino wurde eröffnet durch den koreanischen Generalkonsul der eine kleine Rede gehalten hat und uns die historischen Hintergründe zum Film näher erläutert hat. Im Film ging es um den Admiral Yi Sun-Sin und die legendäre Seeschlacht von Myeongnyang. Details dazu folgen aber Morgen in einem weiteren Blogpost.  Es war auf jeden Fall interessant. Im Kino waren vor allem Koreaner und auch ein paar Japaner und ich hatte einen angenehmen Abend. Interessante Randinfo, in Bonn wohnen mehr als 400 Koreaner.

Am nächsten Tag ging es dann auf dem Marktplatz von Bonn weiter mit einem interessanten Nachmittagsprogramm. Ich habe das ganze auch in unserem Gruppenchat von unserer K-Pop Tanzgruppe gepostet und siehe da, es hat jemand gesagt, dass er mich gerne dort treffen würde! Also habe ich an diesem Samstag Sasa kennen gelernt. Wir hatten eine Menge Spaß und haben unsere gemeinsame Liebe für Selfies und andere Dinge entdeckt und es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die jetzt schon zwei Wochen andauert. Eigentlich bin ich nicht die Schnellste wenn es um das Schließen von Freundschaften geht, aber manchmal macht es einfach Klick. Ich liebe das.

mini-img-20160924-wa0018Das Programm an dem Nachmittag war auch echt interessant und wir hatten eine Menge Spaß bei den Vorführungen. Es gab tradionelle Tänze zu bestaunen, zwei verschiedene und extrem beeindruckende Taekwondo-Vorführungen und vor allen Dingen, jede Menge Vergnügen.

Danach ging es noch mal ins Kino. Zum einen gab es den Film “C’Est Si Bon” und zum anderen den Film “Dong-Ju – The Portrait of a Poet” zu sehen. Eigentlich waren die beiden Vorstellungen schon voll, aber wir durften warten bis es anfing und schauen ob noch zwei Plätze frei bleiben. Und ja, es waren Plätze frei! Also durften wir die beiden Filme schauen und ihr könnt ja mal schauen; ich habe dazu schon zwei Beiträge geschrieben. Bei “C’Est Si Bon” sind bei Sasa die Tränen geflossen und bei “Dong-Ju” bei mir. Es war ein wundervoller Abend.

Die zweite Korea-Woche in Bonn hat eine Menge Spaß gemacht und ich bin auf jeden Fall wieder dabei, wenn es nächstes Jahr wieder soweit ist. Ganz ist damit das koreanische Programm aber nicht abgeschlossen, am 20.Oktober hält der Autor Sung Suk-Je eine Vorlesung und steht dann zum Autorengespräch bereit. Sasa und ich sind ein bisschen in der Zwickmühle, weil zum gleichen Zeitpunkt auch die Ersti-Wilkommensfeier anfängt, aber mal schauen.

Kleiner Ausschnitt aus der musikalischen Vorstellung: 

Jeonju University Taekwondo Demonstration Team: 

Montag, der 3. Oktober 2016
von Kay Safonov
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Film: C’Est Si Bon

C’Est Si Bon (Es ist so gut) ist ein koreanisches, musikalisches Drama aus dem Jahr 2015. Der Autor und Direktor des Filmes ist Kim Hyun-Seok und produziert wurde der Film von Lee Woo-Jung und Kang Myung-Chan. Der Film ist am 5. Februar 2015 erschienen und hat eine Laufzeit von 122 Minuten.

fullsizephoto547309Die Haupthandlung des Filmes spielt in Seoul Ende der 1960er Jahre in der legendären Musik-Lounge C’Est Si Bon. Roll Credits. Dort entwickelte sich die koreanische Folk-Szene und es war der Traum eines jeden Folk-Sängers mal an einem Gesangs-Wettbewerb im C’Est Si Bon teilzunehmen. Eben in dieser Lounge gründet sich außerdem das bekannte Folk Duo Twin Folio, im Film jedoch wird ein erfundener dritter Sänger hinzugefügt und so entsteht das C’Est Si Bon Trio.

Die originalen Mitglieder der Gruppe Twin Folio sind Yoon Hyung-Joo und Song Chang-Sik, die beide bereits beliebte und etablierte Sänger im C’Est Si Bon sind, allerdings sind sie deswegen auch Rivalen und nicht unbedingt gut aufeinander zu sprechen. Im Grunde genommen gehen sie aufeinander los, sobald sie die Möglichkeit haben. Und da schreitet der Junge vom Land Oh Geun-Tae ein. Er soll das Duo zu einem Trio machen und mehr Harmonie in die Gruppe bringen. Er hat wie die beiden anderen auch eine atemberaubende Stimme, kann allerdings kein Instrument spielen.

Die Gruppendynamik zwischen den Drein funktioniert also nicht wirklich und es wird auch nicht besser als die wunderschöne Min Ja-Young die Bühne betritt. Sie träumt davon Schauspielerin zu sein und verdreht allen Drein die Köpfe. So entstehen eine Reihe von Liebesliedern während das Trio um Ja-Young wirbt. Ich möchte jetzt mal nicht zu viel vornweg nehmen, denn es macht besonders viel Spaß an diesem Film einfach mit anzusehen und zu erfahren für wen sie sich entscheidet. Außerdem muss ja aus dem Trio noch ein Duo werden und eins möchte ich dazu nur verraten, eigentlich haben sie sich alle sehr gut verstanden, nachdem sich Ja-Young entschieden hatte. Was hat also zur Auflösung des Trios in letzter Minute geführt?

Dafür müsst ihr euch wirklich den Film anschauen und ich kann voller ernst sagen; ihr werdet es nicht bereuen. Eigentlich bin ich kein Fan von Musik-Dramas, aber C’Est Si Bon hat mich wirklich voll begeistert. Die Schauspieler waren super, die Geschichte war fesselnd und die Musik hat wirklich überzeugt. Zehn Daumen nach oben und so.

Zur Bewertung: 

Handlung [ 1 2 3 4 5 ]

Musik [ 1 2 3 4 5 ]

Gestaltung / Effekte [ 1 2 3 4 5 ]

Darsteller [ 1 2 3 4 5 ]

Filmgestalt im Ganzen [ 1 2 3 4 5 ]

Oh Geun-Tae wird gespielt von Jung Woo und Kim Yun-Seok, Yoon Hyeong-Joo wird gespielt von Kang Ha-Neul, Song Chang-Sik wird gespielt von Jo Bok-Rae und Min Ja-Young wird gespielt von Han Hyo-Joo und Kim Hee-Ae. In weiteren Rollen findet man außerdem Jin Goo, Jang Hyun-Sung, Kwon Hae-Hyo und Kim In-Kwon.